Der Kratom Leitfaden – Teil 2

Der Kratom Leitfaden – Teil 2

 

Dosierung und Wochengestaltung

Weniger ist mehr ist das wichtigste Credo, wenn es um Kratom geht.

 

Es gibt da draußen leider Communities deren Ziel es ist sich möglichst übertrieben abzuschießen und weg zu dröhnen. Das sind dann die Kandidaten, die täglich Unmengen Kratom konsumieren, die motivierenden und hilfreichen Aspekte dieser Pflanze noch nie erlebt haben, und die sich über schwere Entzugsprobleme beklagen.

 

Diese Leute sind es, die vermutlich eines Tages daran schuld sein werden, dass Kratom seinen guten Ruf verliert und vielleicht sogar verboten wird.

Wir bei Kratominfo.eu zählen uns nicht zu diesen Leuten!

 

Abgesehen vom den verstärkten Nebenwirkungen spricht noch einiges mehr dafür lieber weniger, als mehr Kratom zu benutzen. Die Wirkungskurve von Kratom verhält sich etwas kurios. In kleinen Dosierungen wirkt Kratom stimulierend, in höheren sedierend.

Geringe Mengen Kratom wirken stimulierend und motivierend, wie ein guter, fröhlich stimmender Kaffee mit schmerzstillenden Elementen der mehrere Stunden anhält (etwa 3-6!). Diese Menge lässt sich steigern bis man den eigenen optimalen Punkt erreicht hat. Üblicherweise ist dieser Punkt bei 2-3g qualitativem Kratompulver erreicht. Schießt man über diesen Punkt hinaus und nimmt mehr, beginnen die motivierenden Aspekte zu verblassen und die betäubenden Eigenschaften treten zum Vorschein, was zu einem eher lethargischen Gefühl führt. Das kann, je nach Bedarf, natürlich auch mal erwünscht sein.

 

Überschreitet man den optimalen Punkt jedoch extrem, benimmt sich Kratom ein bisschen wie Alkohol – schlimmstenfalls wird einem schwindelig, man wird sehr müde, oder es wird einem übel. Das sollte dich, eben weil es mit den meisten Dingen so ist die man übertreibt, aber eigentlich nicht erschrecken. Es gibt mit Kratom keine „Überdosis“ bei der du kollabierst, es gibt nur ein „Zuviel“, das dazu führt, dass dein Mageninhalt nunmal in der Kloschüssel landet. Wer sich an die 2-3g Angabe hält wird nicht ansatzweise in die Nähe dieser Probleme kommen.

 

Umgekehrt, wenn du Kratom zu gering dosierst, spürst du ganz einfach weniger von der Wirkung.

Verschiedene Kratomsorten wirken verschieden stark, es kann also gut sein, dass du von Unterschiedlichen Sorten andere Mengen benötigst um deinen optimalen Punkt zu finden.

 

Das erste Mal Kratom

Normalerweise nimmst du Kratom auf leeren Magen, da du etwas mehr Kratom benötigst wenn dein Magen voll ist. (…und das kostet unnötig Geld. Kann natürlich nicht immer vermieden werden.)

Wenn du das erste Mal Kratom ausprobierst mach folgendes:

  1. Nimm 2-3 Gramm, am besten auf leeren Magen
  2. Warte eine halbe Stunde und beachte wie du dich fühlst.
  3. Wenn du das Gefühl hast, dass das nicht genug ist nimm nochmal 0,5-1,0 Gramm. Merkst du dann noch garnichts hast du mit ziemlicher Sicherheit einen schlechten Händler erwischt, oder, was seltener ist – du hast einfach eine größere Kratomtoleranz und benötigst noch mehr.
  4. Wenn du glaubst das Gefühl noch steigern zu können, probier nochmal 0,5g mehr.
  5. Genieß dein „Aroma“ (Siehe Kratom Sprachgebrauch) für gut 5 Stunden! Es kann ein sehr subtiles, aber ungemein schönes Gefühl sein. (Kein unangenehmes überdrüber Gefühl wie nach mehreren Energydrinks oder dergleichen!)
  6. Wenn die Wirkung nach 5-6 Stunden nachlässt kannst du nochmal die selbe Sorte (wichtig, keine andere!) nehmen, dieses Mal direkt in der optimalen Menge.

Frauen benötigen meistens weniger als Männer.

Wenn du bei deinem ersten Versuch zuviel oder zu wenig erwischt hast gib‘s nicht gleich auf, ein weiterer Versuch später am Tag, oder am nächsten Tag, mit angepasster Menge kann sich wirklich lohnen.
Vorsicht! Es gibt einige Seiten im Netz die Kratom mehr als nur schamlos missbrauchen und fürchterlich überdosieren. Glaub mir, wir haben verschiedene Dosierungen ausprobiert, und du wirst die tollsten Effekte mit kleinen Mengen zwischen 2-5g haben. Die auf manchen Seiten empfohlenen 20-50g (Wtf?!) sind völlig lächerlich und bringen dir absolut keinen Mehrwert, außer du willst dich mal wieder richtig kräftig übergeben. Wenn du wirklich testen willst ob mehr Kratom auch „mehr bringt“ dann können wir dich sicher nicht aufhalten, aber ich rate wirklich nachdrücklich davon ab. Die Kandidaten die 20g auf einmal nehmen sind dann auch die, die glauben Kratom wäre gefährlich. Niemand kommt auf die Idee sich 12 Tassen Kaffee rein zu schütten und sich dann zu wundern, dass das nicht hilfreich ist. Bitte vertraut eurer Vernunft.

 

 

Täglicher Kratomgebrauch

Bei so gut wie jeder Substanz die stimuliert oder anderweitig unsere Stimmung verändert ist es wenig ratsam sie wiederholt zu verwenden, selbst bei Kaffee.
Wer jeden Tag Kaffee trinkt, der weiß wie schnell die positive Wirkung von Koffein nachlässt wenn sich der Körper daran erst mal daran gewöhnt hat. Plötzlich braucht man den Kaffee, weil man ihn so gewohnt ist, dass einem ohne Kaffee die Energie fehlt.

Wäre Kaffee wie Kratom, dann gäbe es mehrere Sorten Kaffee mit anderen Unter-Arten von Koffein, die man abwechseln kann, so, dass nie ein Gewöhnungseffekt eintritt und man stets die selben Vorteile genießt.

 

Was ich euch hier verrate ist das wichtigste Werkzeug für den täglichen Gebrauch von Kratom.

In Amerika hat sich Kratom als Hilfe zur Selbsthilfe in gewissen Kreisen bereits gut etabliert, und wir können glücklicherweise von deren Erfahrungen profitieren. Ich habe mich ausgiebig damit auseinander gesetzt, auch selbst schon einiges erprobt und kann nur sagen: Es funktioniert problemlos jeden Tag Kratom zu genießen, wenn man sich an ein paar Regeln hält.

 

Hier die 7 Kratom Grundregeln für den Dauergebrauch, kurz und knackig:

  1. Vermeide tunlichst Kratom-Extrakte oder „verstärkte“ Kratomsorten, da diese deine Kratom-Toleranz in kürzester Zeit ins unermessliche Hochschnellen lassen. Oft werden diese Extrakte in irgendwelchen Headshops verkauft und für ihre vermeintlich potente Wirkung angepriesen, aber glaub mir wenn ich dir sage: Es lohnt sich wirklich nicht. Willst du danach wieder dein normales Kratom genießen wirst du vermutlich mehr als Doppelt soviel für den selben Effekt brauchen. Nicht cool.
  2. Verwende nie zwei verschiedene Sorten Kratom an einem Tag. Entscheide dich für eine, und bleib bei dieser. Erst am nächsten Tag wählst du eine andere Sorte.
  3. Verwende nie die gleiche Sorte an 2 aufeinander folgenden Tagen – am besten ist es, wenn du 7 verschiedene Sorten hast, eine für jeden Tag. Jede Sorte stimuliert deine Rezeptoren anders, und indem sich die selbe Stimulation nur alle 7 Tage wiederholt entwickelt sich so gut wie keine Toleranz. Das spart Geld, und ist gesünder.
  4. Versuche auch die Geschwindigkeit der Sorten von Tag zu Tag abzuwechseln. Du kannst natürlich zwei langsame Sorten hintereinander nutzen, das ist weniger schlimm als an zwei Tagen ident die selbe Sorte zu verwenden, aber besser ist es abzuwechseln.
  5. Übertreibe nicht mit der Menge. Bleib bei deinem optimalen Punkt, und nutze Kratom 2-3 Mal am Tag, nicht mehr. Es ist keine Katastrophe, wenn du an einem langen Tag 4 mal Kratom nimmst, aber lass es nicht zur Regel werden. Mein eigener Konsum hat sich mittlerweile auf 2 mal 2,5g pro Tag eingependelt, damit komme ich schmerzfrei und fröhlich durch den Tag, ohne Toleranzbildung zu riskieren.
  6. Kein muss, aber eine persönliche Empfehlung: Leg anfangs pro Woche 1-2 Pausentage ein um zu sehen wie du dich damit fühlst. Keine Probleme? Wunderbar! Viel Spaß!
  7. Trink viel Wasser. Keine Säfte, sondern Wasser. Kratom kann dehydrierend wirken, ähnlich wie Kaffee. Wer genug trinkt hat auch langfristig keine Probleme, wer zu wenig trinkt riskiert Kopfschmerzen. Achtet auch auf genügen Ballaststoffe, sonst könntet ihr unter Umständen Verstopfungsprobleme bekommen. (Ist leicht vermeidbar!)

 

 

Warum funktioniert das Wechseln der Sorten? Wieso bildet sich dann keine Toleranz?

Jede Sorte besitzt etwas andere Alkaloide, was dazu führt, dass deine Rezeptoren sich nicht an eine Sorte gewöhnen können, da ständig andere Alkaloide auftauchen. Würdest du jeden Tag die selbe Sorte Kratom verwenden, dann würden deine Rezeptoren schnell dazulernen und das Kratom seine Wirkung bald verlieren – ähnlich wie es bei Kaffee passiert, wenn man zu viel davon trinkt.

Es gibt eine ganze Hand voll Leute die sich an diese 7 Regeln halten, und nun schon seit mehreren Jahren täglich Kratom konsumieren (mit gelegentlichen Pause-Wochen) – ohne dabei auf Gesundheitsprobleme gestoßen zu sein!

 

Wenn du dich für täglichen Kratomgebrauch entscheidest sei klug und plan voraus, mach dir am besten einen Wochenplan, wann du dir welche Sorte gönnst. Du kannst das dann anpassen, so, dass du Freitags wenn du planst auszugehen eine schnelle Sorte wählen kannst, statt einer langsamen.

 

Ja aber… macht das nicht abhängig?

Der gängige Konsens ist, dass man sich, wenn man Kratom für mehrere Monate täglich nimmt und plötzlich, von einem Tag auf den anderen absetzt, eine Woche lang leicht erkältet und müde fühlt. Das ist die „schreckliche Abhängigkeit“ von der so oft gesprochen wird. Selbst wenn ich Kaffee absetze habe ich mehrere Tage starke Kopfschmerzen, was ich wesentlich schlimmer finde. Ich bin kein Arzt, aber ich bin mir ziemlich sicher – wer mental keine Probleme hat, der wird ganz sicher nicht abhängiger von Kratom als von Kaffee.

Diesen Nachteil der kurzzeitigen, leichten Entzugserscheinungen nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür ohne meine chronischen Schmerzen leben kann, und dabei noch jeden Morgen glücklich und motiviert in den Alltag starte.

 

Wissenswert: Kratom wird mancherorts in Entzugskliniken verwendet um Patienten mit den starken Entzugserscheinungen harter Drogen zu helfen – Eben weil Kratom Schmerzen und Stress stark mindert, ohne dabei selbst wirklich eine Suchtgefahr mitzubringen.

 

Kurzfassung – Teil 2:

-Anfangs 2-3g, langsam an optimalen Punkt herantasten
-2 bis 3 Mal am Tag, maximal 4 mal, im Abstand von 4-6 Stunden
-Finger weg von Extrakten
-Finger weg von „verstärkten“ Sorten
-Weniger ist mehr
-nie zwei verschiedene Sorten an einem Tag
-nie die gleiche Sorte an 2 aufeinanderfolgenden Tagen
– Herkunft und/oder Art des Kratoms täglich wechseln
-Viel dazu trinken
-Auf gesunde Ernährung und Verdauung achten, Kratom kann manchmal zu Verstopfung führen
-Keine Fahrzeuge bedienen, da manche Sorten die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen
-Auf die Gesetzeslage deines Landes achten
-Abhängigkeitsrisiko etwa gleich wie bei Kaffee

 

Weiter in Teil 3!

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